Best-Moments beim Hermannslauf und Marathondebüt beim Hamburg Marathon

An zwei großen Laufveranstaltungen waren Läuferinnen und Läufer vom Holzmindener RunArtist am vergangenen Sonntag beteiligt.

In Hamburg gab es ein Jubiläum. Es war die 40. Ausgabe der beliebten Veranstaltung. Über 40.000 Läuferinnen und Läufer rannten durch die Hansestadt, davon hatten ca. 20.000 für die Königdisziplin, den Marathon, gemeldet. Diese wurde frenetisch von zehntausenden Zuschauern am Straßenrand angefeuert. 

 Zwei Teilnehmer kamen aus Holzminden – Melanie Behringer und Andrei Ferget, der bei bester Stimmung und viel Sonnenschein, sein Marathondebüt feierte. 

Gefühlt bei jedem Marathon dabei ist Melanie Behringer. Erst vor zwei Wochen lief sie den Hannover Marathon. Dieses Mal wollte sie es locker angehen und lief hinter dem Pacer für 4:15 Stunden. Doch dieser ging zu schnell an, um dann nach drei Kilometern plötzlich abzubremsen. Da war Behringer schon im Flow und sie behielt das Tempo bei. Sie kämpfte sich durch volle Straßen, rutschigen Verpflegungsstellen bei sengender Sonne. Diesmal ging mehr Wasser über den Kopf als in den Körper. Wie es sich für eine erfahrene Marathonläuferin gehört, lief sie die zweite Hälfte schneller als die erste. Nach 2:00:20 Stunden durchlief sie die Halbmarathonmarke, der Marathon war nach 3:58:10 beendet. Ihr Fazit: Sahnetag und Marathonfeeling pur!

Schon lange spielte Andrei Fergert mit den Gedanken, einen Marathon zu laufen. Das erste Mal sollte schon ein besonderer Marathon. Vereinskollegen gaben Tipps und eigene Recherchen ergaben, dass dieser Ort Hamburg sein sollte, auch weil es sich um den Jubiläumsmarathon handelte. Kurz vor dem Start stieg die Aufregung, die sich nach dem Startschuss dann legte. Lockere 4 Stunden, so seine Planung. Die Atmosphäre und die Show auf der Strecke genießen. Der Halbmarathon lief hervorragend, 1:49 Stunden. Die Zwischenzeit ließ eine gute Zeit erwarten. Sieben Kilometer vor dem Ziel machte sich die körperliche Anstrengung bemerkbar. Aussteigen so kurz vor Ziel war keine Option. Fergert konnte trotz der leichten Probleme das Tempo halten, die begeisterten Zuschauer halfen im dabei. So kam er dann nach 3:39:43 Stunden ins Ziel – eine Zeit, die er nie für möglich gehalten hatte. Nach dem Zieleinlauf meinte er: „Es war für mich der perfekte Marathon, Superstimmung, tolle Verpflegung, ein geiles Event. Ich kann diese Veranstaltung nur weiterempfehlen.“

 

Für Jessica Fehlau und Svenja Borris ging es zum ersten Mal zum Hermannslauf. Sie hatten das Glück, einen Startplatz zu ergattern, denn der Lauf war eine halbe Stunde nach Freischaltung der Anmeldung ausgebucht.

Die beiden Läuferinnen wollten zusammenlaufen, die erfahrene Trailläuferin Borris und die Debütantin Fehlau. Ihr Plan war simpel: Gesund ankommen, die Atmosphäre genießen, den Kult Hermannslauf zu erleben. Doch was als sportliche Herausforderung begann, wurde zu einer emotionalen Reise über die 31,1 km, die weniger von der Stoppuhr als von der Begeisterung am Streckenrand geprägt war. 

Schon kurz nach dem Start war klar, dieser Lauf ist anders. Die gesamte Strecke war mit Zuschauern gesäumt, die jeden Läufer leidenschaftlich anfeuerten. Besonders in den Dörfern herrschte Ausnahmezustand. „In den Dörfern saßen die Leute auf Klappstühlen vor ihren Häusern und haben Grillpartys veranstaltet. Man musste nur der Nase nachlaufen,“ berichten die beiden Läuferinnen.

Landschaftlich bot der Lauf alles auf, was die Region zu bieten hat – den Wechsel zwischen forderndem Kopfsteinpflaster, weichen Sandboden, tückischem Sandboden und die berüchtigten Treppen. Knapp nach der Hälfte der Strecke machte sich die harten Trainingseinheiten bezahlt. Die spezifischen Bergläufe, die Trainer Jan Kaschura auf den Plan gesetzt hatte, zeigten Wirkung. Trotz der steigenden Temperaturen auf den Freiflächen konnten einige Plätze gutgemacht werden, und das heimliche Ziel von 3:30 Stunden rückte in greifbare Nähe.

An einigen Engstellen im Wald kam es jedoch manchmal zu Staus. Aber das Team entschied sich bewusst gegen den Stress der Uhr und für das Erlebnis. „Dieser Tag war nicht für Bestzeiten, sondern für Best-Moments gemacht“, so das Resümee. Dank der vielen Helfer an der Strecke, die bei der doch plötzlichen Wärme für die nötige Abkühlung sorgten, blieb die Stimmung bis zum Schluss auf dem Höhepunkt.

Der Einlauf an der Sparrenburg war schließlich der krönende Abschluss eines unvergesslichen Tages. Überglücklich und mit einem Sack voller neuer Erlebnisse wurde die Ziellinie nach 3:38 Stunden überquert. Das Fazit der Hermannslauf-Premiere fällt kurz und herzlich aus: „Hermannslauf, danke für diesen schönen Tag. Wir kommen wieder.“

 

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Veröffentlichung

Mi, 29. April 2026

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