Köhlbrandbrückenlauf 2026

Sascha war wieder bei seinem Lieblingslauf und hier ist sein Bericht:

Same Procedure as Every Tag der Deutschen Einheit – der 16. Köhlbrandbrückenlauf

03.10.2026 – Tag der Deutschen Einheit. Hamburg is calling!

Zum 15. Mal nahm ich am Köhlbrandbrückenlauf teil. Während der Corona-Zeit wurde die Veranstaltung einmalig auf kurz vor Weihnachten verschoben. An diesem Lauf nahm ich nicht teil. Für mich ist der wahre Köhlbrandbrückenlauf am 3. Oktober.

Der Köhlbrandbrückenlauf ist einer meiner absoluten Lieblingsläufe. Seit 2010 gehört der 3. Oktober fest zu meinem Laufkalender. Meine Frau Marisa begleitet mich bereits seit 2012. Außerdem ist Hamburg unsere Lieblingsstadt.

Und Hamburg ist für mich immer ein gutes Pflaster: Hier wurde ich Deutscher Betriebssportmeister über 10 km und stellte in der Speicherstadt meine persönliche Bestzeit über diese Distanz auf: 36:56 Minuten. Nur fünf Tage zuvor hatte ich beim Köhlbrandbrückenlauf über die 12-Uhr-Distanz den 3. Platz auf dem Treppchen erreicht. Ein weiterer Grund, immer wieder gerne nach Hamburg zurückzukehren.

Viele tolle Läufe über die Brücke habe ich schon erlebt, meistens bei bestem Wetter. Und so sollte es auch in diesem Jahr wieder sein.

Genug in Erinnerungen geschwelgt. Zurück in die Gegenwart: 2026!

Der Morgen begann wie an jedem 3. Oktober: früh aufstehen, Sachen packen, Frau und inzwischen zwei Kinder ins Auto laden und ab auf die Piste.

Gefrühstückt wird im Auto. Dafür haben wir schließlich genug Zeit. Und natürlich lassen wir auf der Fahrt die vergangenen Läufe noch einmal Revue passieren.

In Hamburg angekommen, läuft alles wie immer: Wir reihen uns in die Autoschlange ein, die in den abgesperrten Bereich am Windhukkai führt.

„Moin, wir wollen zum Köhlbrandbrückenlauf!“

„Moin, fahren Sie durch!“

Einen Parkplatz zu finden, ist gar nicht so einfach. Aber auch darin haben wir mittlerweile Erfahrung und kennen die richtigen Spots.

Der 9-Uhr-Lauf befindet sich gerade mehr oder weniger im Zieleinlauf. Die schnellen Läufer haben das Gelände allerdings schon verlassen, sodass bereits einige Parkplätze frei sind.

Parkplatz gefunden, alles Wichtige im Kinderwagen verstaut und los geht’s Richtung Startnummernausgabe.

Die Ausgabe befindet sich seit einigen Jahren am Deutschen Hafenmuseum. Früher wechselte der Standort regelmäßig. Wenn man den Lageplan nicht vorher studiert hatte, war das Ganze schon mal eine kleine Wundertüte.

Anschließend ging es weiter zu den Lagerhallen, in denen sich auch der Eventbereich mit Start und Ziel, Essen, Getränken und verschiedenen Verkaufsständen befindet. In diesem Bereich wird scheinbar seit Jahren Tee gelagert. Es riecht dort jedenfalls immer richtig gut.

Startnummer befestigen, noch einmal das Dixi aufsuchen und schon konnte ich mich warmlaufen.

Hamburg und sein Wetter zeigten sich von ihrer besten Seite. Ava begleitete mich beim Aufwärmen, lief mit mir und zeigte mir die Übungen, die sie beim Leichtathletiktraining gelernt hatte. Wir hatten unseren Spaß und waren ruckzuck warm und durchgeschwitzt.

Jacke ablegen, vor dem Start noch ein paar Bilder machen und ab in den Startblock.

Wenig bekannte Gesichter waren zu sehen. Doch plötzlich lief jemand an mir vorbei. Er war auf dem Weg weiter nach vorne in den Startblock, allerdings so im Tunnel, dass er mich gar nicht bemerkte.

Wie immer trafen wir uns hier bei diesem Lauf: Dean. Er wohnt mittlerweile in Hamburg, hat aber viele Jahre in Derental gelebt.

Der Startschuss fiel und wir setzten uns in Bewegung.

Ich ging das Rennen verhalten an. 5:15 min/km waren zunächst eine gute Wahl, wohl wissend, welche Anstiege noch auf mich warteten. Zudem fühlte ich mich nicht wirklich topfit. Ich hatte schlecht geschlafen und musste sehr früh aus den Federn.

Mein Ziel war es ohnehin nicht, alles herauszuholen, sondern einen flotten Trainingslauf zu absolvieren. Also nahm ich mir vor, einfach im Feld mitzuschwimmen und die Anstiege etwas offensiver anzugehen.

Oben angekommen, zückte ich zum ersten Mal mein Handy und machte eine kurze Aufnahme. Anschließend ging es erst einmal bergab – oder besser gesagt: die Brücken hinunter.

Die ersten Läufer kamen mir bereits entgegen. Es wurde applaudiert und lautstark angefeuert. Nach einigen weiteren Läufern entdeckte ich schließlich Dean. Ich rief ihm zu und motivierte ihn.

Im Ziel erzählte er mir später: „Eure Trikots sind so auffällig, daran habe ich dich erkannt.“ Genau dafür ist unsere Trikotfarbe schließlich da.

Weiter ging es zum Wendepunkt bei etwa Kilometer 6,15 – also ziemlich genau zur Hälfte der Strecke. Der Vorteil: Man kennt den Rückweg bereits.

Wie immer warteten am Wendepunkt die Dudelsackspieler und der Verpflegungspunkt. Ich schnappte mir einen Becher Wasser, nahm zwei bis drei Schlucke und schüttete mir den Rest über den Kopf. Es war inzwischen schon ziemlich warm geworden.

Das Gute daran: Gleich danach stand wieder der Anstieg auf die Brücke an, diesmal von der anderen Seite.

Die Aussicht ist einfach einzigartig und nur am 3. Oktober aus der Läuferperspektive zu genießen. Von hier oben hat man einen tollen Blick auf nahezu alle Sehenswürdigkeiten Hamburgs.

Auch diesen Anstieg lief ich etwas offensiver und ließ es ab dem höchsten Punkt einfach rollen. Bis Kilometer 10 ging es bergab. Darauf folgte ein flacher Kilometer, bevor bei Kilometer 11 noch einmal ein kurzer Anstieg auf der Brücke anstand.

Durch die Brückenunterführung ging es schließlich auf die gefühlte Zielgerade.

Kurz vor der letzten Linkskurve standen meine Frau und meine beiden Kinder sowie meine Schwester und mein Schwager mit ihren beiden Kindern. Einmal alle abgeklatscht, dann durch die erwähnte Linkskurve, eine scharfe Rechtskurve und schließlich auf die tatsächliche Zielgerade auf dem Lagergelände.

Nach 1:01:56 Stunden blieb meine Uhr stehen.

Mit der Zeit bin ich zufrieden. Auch wenn eine Zeit unter einer Stunde natürlich schön gewesen wäre.

Platz 232 bei den Männern und Platz 27 in der Altersklasse M30.

Hinweg: 32:08 Minuten

Rückweg: 30:05 Minuten

Eine deutliche Steigerung auf dem Rückweg! Bei Race Result gab es in diesem Jahr übrigens keine ausgewiesene Nettozeit, sondern lediglich einen Buttozeit.Meine Zeit von 1:01:56 Stunden ist selbst gestoppt.

Im Ziel erhielt ich meine Medaille, die mir in diesem Jahr wirklich gut gefällt. Dean wartete bereits auf mich und reichte mir einen Becher Wasser. Wir unterhielten uns noch ein wenig, bevor wir uns wieder verabschiedeten.

Ich holte mir noch ein Iso und ein Erdinger Alkoholfrei und verließ anschließend den Zielbereich, um auf meine Familie zu warten. Schön, dass alle da waren!

Wie es die Tradition am Tag der Deutschen Einheit so will, fuhren wir anschließend noch in die Hamburger Innenstadt. Bei L’Osteria gab es Pizza, am Jungfernstieg holten wir uns noch ein Eis und schlenderten anschließend ein wenig durch die Gassen, bevor wir die Heimreise antraten.

Wieder einmal ein gelungener Tag am 3. Oktober – dem Tag der Deutschen Einheit und des Köhlbrandbrückenlaufs.

2027 ist sicher: Ich komme wieder! Tradition ist schließlich Tradition. Und bis die Brücke irgendwann abgerissen wird, sind hoffentlich noch ein paar schöne Läufe drin.

Zum 15. Lauf am 3. Oktober durfte es diesmal auch ein etwas längerer Bericht sein.

Ich kann den Köhlbrandbrückenlauf nur weiterempfehlen!

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Di, 06. Oktober 2026

Bild zur Meldung

Weitere Meldungen

Herbstlauf Ovenhausen 2026

Melli am und im Wörthersee